Werkstätten (WfbM)

Sie haben eine psychische Erkrankung und möchten den Störungen im Antrieb, im Durchhalte-vermögen, in der Konzentration und Belastbarkeit durch eine berufliche Wiedereingliederung entgegenwirken, sowie durch Arbeit teilhaben in der Gesellschaft, dann sind Sie hier richtig:

Zugangsvoraussetzungen

Für die Arbeit in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Sie sind volljährig und haben eine psychische Erkrankung.
  • Sie sind erwerbsunfähig, das heißt, Sie sind auf Grund Ihrer Erkrankung zur Zeit weniger als 3 Stunden am Tag auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeitsfähig. Sie erhalten in der Regel Grundsicherung oder Erwerbsminderungsrente.
  • Die Arbeit in der Werkstatt für behinderte Menschen heißt Teilhabe am Arbeitsleben. Das kann für einige auch die Vorbereitung für den allgemeinen Arbeitsmarkt sein. Den Antrag auf eine Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben können Sie bei Ihrer Agentur für Arbeit oder bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger stellen. Dort werden die Aufnahmevoraussetzungen für die Werkstatt geprüft. Es wird erwartet, dass Sie ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit leisten können.

  • Der Beginn in der Werkstatt ist mit der schriftlichen Bewilligung des Leistungsträgers (Agentur für Arbeit/ Rentenversicherung) möglich. Sobald die Teilhabe am Arbeitsleben in der Werkstatt beginnt, kommen Sie von Mo-Fr regelmäßig zur Arbeit. Die Wochenarbeitszeit beträgt 36 Stunden.

Eingangsverfahren

Sie beginnen mit einem 3-monatigen Eingangsverfahren. Hier wird durch verschiedene Projektarbeiten aus den einzelnen Berufsbildern ermittelt, welche berufsfördernden und ergänzenden Maßnahmen in Betracht kommen, für welche Tätigkeit Sie geeignet sind und ob die Werkstätten die für Sie geeignete Hilfe darstellen.

Zum Ende des Eingangsverfahrens erstellen die Ergotherapeuten und Arbeitserzieher in Abstimmung mit Ihnen einen ersten individuellen Eingliederungsplan. Darin wird für den sich unmittelbar anschließenden Berufsbildungsbereich eine Tätigkeit in einem Arbeitsfeld benannt und festgelegt, die Ihrem derzeitigen Leistungsvermögen und Ihren Fähigkeiten entspricht.

Berufsbildungsbereich

Die berufliche Bildung wird durch Gruppenleiter mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung, überwiegend Handwerksmeister, vermittelt und maximal für die Dauer von 2 Jahren gewährt.

Bei positiver Entwicklung der Leistungs- und Erwerbsfähigkeit werden mit Ihnen mögliche Wege der (Wieder-) Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt konkretisiert. Der Kontakt zu kooperierenden Fachdiensten wird aufgenommen und die Durchführung von Arbeitserprobungen (Praktika) außerhalb der Einrichtung wird vorbereitet und durchgeführt.

Gelingt am Ende des zweiten Jahres im Berufsbildungsbereich der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund krankheitsbedingt weiterhin bestehender Einschränkungen (noch) nicht, haben Sie die Möglichkeit in den Arbeitsbereich unserer Einrichtung zu wechseln.

Arbeitsbereich

Im Arbeitsbereich gibt es folgende Tätigkeitsbereiche, in denen Sie beschäftigt werden können:

  • Metallbearbeitung
  • Feinwerktechnik
  • Industriemontage
  • Elektromontage
  • Papierverarbeitung
  • Konfektionierung
  • Verpackung
  • Büroservice
  • Hauswirtschaft mit Wäscherei

Arbeitsbegleitende Maßnahmen

Zusätzlich finden arbeitsbegleitend persönlichkeitsfördernde, therapeutische und beruflich qualifizierende Angebote statt:

  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Gruppentrainingsprogramm ZERA (Zusammenhang von Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit)
  • Training sozialer Kompetenzen
  • Kognitives Training (computergestützt oder in klassischer Gruppenform)
  • Entspannungsverfahren nach Jacobson

Begleitender Dienst Werkstatt

Im Rahmen Ihrer Tätigkeit in unseren Werkstätten werden Sie in rechtlichen, sozialen und therapeutischen Fragen durch unseren Sozialdienst begleitet.