AktuellesMaßgeschneiderte Ausbildung eröffnet neue Wege

Mittwoch, 31. Januar 2024


Pressemitteilung

Abbildung: Maßgeschneiderte Ausbildung eröffnet neue Wege

Heilbronner Therapeutikum verleiht Abschlusszertifikate für Menschen mit psychischen oder körperlichen Einschränkungen

„Was wir nicht brauchen, ist Stress.“ Mit diesen Worten beginnt Martina Wieland die bestens durchorganisierte Feier zu Verleihung der Zertifikate: 26 Personen haben die Möglichkeit genutzt, ihre Berufsausbildung über das Bildungszentrum zu absolvieren. Alle waren voll des Lobes über das gute Miteinander im Therapeutikum und die kompetente Leitung.

Alle Absolventinnen und Absolventen leiden an psychischen oder körperlichen Einschränkungen und können Stress und andere zusätzlichen Belastungen wirklich nicht brauchen, um ihren Weg gehen zu können. Manfred Grab, Leiter der Agentur für Arbeit Heilbronn, bezeichnete  den Schritt als Meilenstein. Alle Teilnehmenden waren durch ihre Erkrankung mehr oder weniger aus der Bahn geworfen worden und haben nun eine neue Perspektive. Dabei unterstützt das Therapeutikum die Inklusion. Denn die Erkrankung bleibt – aber auch der Weg, mit ihr zu leben und zurechtzukommen.

Gute Atmosphäre

Ein breites Spektrum an Berufsbildern wird hier gelehrt. Um sich ein Bild davon machen zu können, waren Grab und Achim Bocher, Amtsleiter im Ressort Jugend und Senioren im Heilbronner Rathaus, schon als Hospitationsgäste im Berufsalltag dabei.

„Sichtwechsel beim Schichtwechsel“, so fasste Bocher seine Erkenntnisse zusammen. Bemerkenswert fand er die gute Atmosphäre und das zielgerichtete Arbeiten. Und dabei würden hier nicht wertlose Modellprodukte produziert, sondern Teile, die bei großen Firmen in die Produktion einfließen. Androniki Petsos, Leiterin des Dezernats Jugend und Soziales im Landkreis Heilbronn, nahm ebenfalls an der Feier teil. Sie hatte sich selbst ein Bild von der Qualität der Kurse gemacht und freute sich, nur erfolgreiche Absolventen anzutreffen.

Neben Industriemontage und Elektroabteilung gehört auch Mediengestaltung zum beruflichen Spektrum. „Ich hab’ mein Herz daran gehängt“, bekannte eine Absolventin stolz. Einen Überblick hatte das Therapeutikum in einem Film dargestellt. Einen besonderen Weg ist Nadezhda Aleksandrova gegangen. Die junge Frau von der bulgarischen Schwarzmeerküste wollte „etwas mit Wein“ studieren. Vom Anbaugebiet her sagte ihr Baden-Württemberg zu.

Sie lernte zunächst die Deutsch und erwarb ein Diplom, dann traf sie das Schicksal in Form eines Schlaganfalls. Lange lag Aleksandrova im Koma, musste dann wieder sprechen und gehen lernen. Jetzt ist sie sprachlich fit genug für eine Ausbildung und hat sich alle Bereiche angeschaut. Jetzt möchte sie an ihren Ursprungsplan anknüpfen und sucht eine Fortbildungsmöglichkeit im Bereich Wein.

Wie David Hasenbein, Assistent der Geschäftsleitung im Therapeutikum ausführte, sind in der Einrichtung 450 Menschen beschäftigt, davon sind 200 Mitarbeiter. Mitgezählt ist der zweite Standort in Öhringen.

© Heilbronner Stimme, Redakteur Peter Klotz


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